Geschichte des Hochbeets

Ute Woltron schreibt in der Presse vom 16. Jänner 2016, dass das Hochbeet letztlich das Abbild einer uralten Kulturtechnik darstellt, denn die Chinesen haben es wie vieles andere auch erfunden. Sie schreibt: „Das nur vermeintlich in den vergangenen Jahren erfundene, um sündige Summen in Bau- und anderen Märkten feilgebotene Hochbeet aus zwar weniger schnell, doch irgendwann doch verrottendem Lärchenholz ist letztlich das modische Abbild einer uralten Kulturtechnik. Tatsächlich hat man in China bereits vor gut 4000 Jahren in erhöhten Beeten Gemüse gezogen. Die Ränder wurden festgeklopft und sonst nicht befestigt. (…) Auch die Römer und Griechen befleißigten sich erhöhter Beete, und bis ins Mittelalter hinein war es in Europa üblich, die Außenkanten mit in die Erde gesteckten Kieferknochen größerer Tiere zu befestigen, deren knubbelige Gelenksenden als Ornament angesehen wurden. Auch in Amerika arbeiteten praktisch alle sesshaften indigenen Völker – sowohl Nord- als auch Lateinamerikas – mit erhöhten Beeten, und das schon Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende bevor der spanische Zerstörer Hernán Cortés ab dem Jahr 1519 das blühende mexikanische Aztekenreich dem Erdboden gleichmachte. In der damals sumpfigen Ebene des heutigen Mexico City hatten die Azteken ein raffiniertes Hochbeetsystem ersonnen: Sie türmten die Erde in dem sumpfigen Areal zu erhöhten Beeten auf. Diese waren mit einem Geflecht aus Wacholderholz und Teichbinsen rundum befestigt. Als weitere Befestigungsmaterialien für erhöhte Beete dienten im Lauf der Geschichte je nach Region gesinterte Ziegel und andere nicht poröse Keramiken, Steine, ja sogar fragwürdigerweise Blei, wie im England des 17. Jahrhunderts. In Gegenden mit aktiven Vulkanen wie Hawaii, Neuseeland und auf den Kanaren bot sich als Beeteinfassung logischerweise Lavagestein an, und dieses wurde auch verwendet.“

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Geschichte des Hochbeets

  1. Inka Indianer sagt:

    Hochbeete sind beinahe so alt, wie das kultivierte Anpflanzen überhaupt, denn schon die Inkas wussten die Vorteile eines Hochbeets für sich zu nutzten. Angefangen hat ursprünglich alles mit Hügelbeeten, die im Vergleich zum klassischen Beet vor allem mehr Anbaufläche geboten haben.

Schreibe einen Kommentar