Hochbeet statt Kräuterspirale

Eine Beetvariante ist die Kräuterschnecke oder Kräuterspirale, wobei neben dem optischen Aspekt das spiralförmig sich nach oben windende Beet den Vorteil hat, dass sie auf kleinstem Raum viel Platz bietet und die verschiedenen Ansprüche von der Kräuter abdeckt. Denn man kann hier  die Böden in Zonen einteilen und unterschiedlich aufbereiten, also nach oben mit Sand aufgelockert für Kräuter, die es trockener mögen und nach unten mit Humus angereichert für feuchtere Standorte. Die Pflanzen werden also entsprechend ihren Bedürfnissen in die Kräuterspirale gesetzt: Oben mediterrane Kräuter (Rosmarin, Salbei, Thymian, Bohnenkraut) in den eher trockenen Boden mit hohem Sandanteil, absteigend folgen Kräuter mit höherem Wasserbedürfnis, der Boden wird immer mehr humose Erde und Kompost zugesetzt. Man kann unten einen kleinen Teich einbauen, wo etwa Brunnenkresse gut wachsen kann. Bei der Aufteilung sollte man auch darauf achten, wie hoch die jeweiligen Kräuter werden und welche mehrjährig sind. Optisch und auch zur Ernte macht es Sinn, kleinere Pflanzen vor höhere zu setzen, was gerade an einer Mauer wichtig ist, damit alle Kräuter ausreichend Sonne bekommen.

Kritik an der Kräuterspirale äußert jedoch Claus E. Fischer, denn er meint: „Zu wenig Platz für Pflanzen, zu heiß im Sommer und unpraktisch beim Gießen, weil unten Wasser rausläuft“. Er hat daher als Alternative ein rundes Hochbeetsystem entwickelt, bei dem die Kräuter in einem Stufenhochbeet (2,2 Quadratmeter auf drei Etagen mit 1400 Liter Volumen) Platz haben: Französischer Estragon mit intensivem Anis-Aroma gedeiht neben glatter italienischer Petersilie, denn die hat ein ungleich besseres, harmonischeres Aroma. Pfefferminze ist auch mit im Hochbeet, aber nur mit Wurzelsperre, denn sonst breiten sich die Rhizome (unterirdische Ausläufer der Pfefferminzpflanze) zu sehr aus. Die Umrahmung des Stufenhochbeets besteht aus Polyethylen-Elementen. Für die untere Etage mit 168 Zentimeter Durchmesser und 50 Zentimeter Höhe braucht er sechs solcher Elemente. Darüber kommt eine Ebene mit 112 Zentimeter Durchmesser und 25 Zentimeter Höhe, gekrönt von der obersten Etage mit gleicher Höhe und 56 Zentimeter Durchmesser. Wichtig ist die exzentrische Anordnung der Ebenen, damit alle Flächen maximal besonnt werden und die Pflanzen sich gegenseitig nicht das Licht wegnehmen, weshalb die Konstruktion nach Süden ausgerichtet wird. Durch die exzentrische Terrassierung erzielt man einen um die Hälfte höheren Ertrag im Vergleich zu herkömmlichen Hochbeeten. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass man für jede Ebene unterschiedliche Erde nehmen und so leichter verschiedenen Ansprüchen der Kräuter gerecht werden kann.

Viele Kräuter sind einjährig, benötigen daher viel Sonne für ihre gesunden Vitalinhaltstoffe und können mehrmals geerntet werden, wobei ein rückenfreundliches Hochbeet den idealen Platz dafür darstellt, da es eine leichte Ernte garantiert. Da viele Pflanzen auch nicht winterhart sind, genügt hier ein saisonaler Platz von Mai bis September. In den übrigen Monaten lässt sich der Platz im Hochbeet anderweitig nutzen, wobei besonders interessant auch exotische Pflanzen wie Banane, Granatapfel, Feige, aber auch die essbare Rose Rosella sind.

Kräuter liegen übrigens voll im Trend, denn sie runden auch die eigene Küche perfekt ab. Bei Minze muss man einfach einmal mit den Fingern über die Blätter reiben und dann riechen, wobei etwa der Geruch der Schokoladenminze überwältigend und wirklich leicht schokoladig ist. Aber nicht nur diese Minze punktet mit einem besonderen Geruch und natürlich auch Geschmack, denn es gibt auch Apfel-, Erdbeer-, Wasser- und Schweizerminze. Neben den vielen Minzsorten bevölkern weitere Kräuter das Hochbeet, wobei das Angebot weit über Petersilie, Schnittlauch und Basilikum hinausgeht, denn Süßkraut, Murdannia und Gota Kola gehören ebenso zu Hochbeetbepflanzungen.

Tipp: Pfefferminztee fördert das Gedächtnis

Nach einer Studie wirkt sich der mentholhaltige Tee aus den Blättern der Pfefferminze positiv auf das Langzeitgedächtnis und das Arbeitsgedächtnis aus und macht sie aufmerksamer. Dabei unterscheidet er sich in dieser Hinsicht deutlich von Kamillentee, denn Tee aus Kamillenblüten reduziert sogar die Aufmerksamkeit und verlangsamt das Gedächtnis. Diese Ergebnisse stehen dabei übrigens im Einklang mit jenen Eigenschaften, die man den beiden Kräutern schon bisher zuschrieb.

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