Vitamine auf dem Balkon oder der Terrasse

Karl Ploberger gibt in den OÖN vom 22. Mai 2015 zehn Tipps für die Städter, die sich ihre Vitamine selbst anbauen wollen, insbesondere für Gartenfreuden auf kleinstem Raum, damit es auf dem Balkon und auf der Terrasse grünt und blüht.

Pflanzgefäße: Ob eine alte Blechdose, ein rustikaler Tontopf oder ein Designer-Pflanzgefäß – das Wichtigste ist die Größe des Topfes und vor allem, dass er ein Wasserabzugsloch besitzt, denn Staunässe ist für alle Pflanzen tödlich! Kunststofftöpfe sind natürlich deutlich leichter zu transportieren, die schweren Tontöpfe sind stabiler. Für kreative Bastler sind Holzgefäße etwa aus Lärche ideal und dekorativ.

Erde: Nur in einer guten, lebendigen Erde gibt es auch gesunde, wuchsfreudige Pflanzen. Daher niemals beim Substrat sparen. Allerdings heißt teuer nicht immer gut. Wer biologisch gärtnert, der wählt torffreie Erde, die mit organischem Dünger versehen ist. Faustregel: Das Substrat sollte luftig sein. Presst man es mit der Hand zusammen, sollte es danach sofort wieder aufquillen.

Standorte: Sonne ist der Motor für das Pflanzenwachstum. Daher sind Südterrassen ideal. Kommt allerdings der Wind dazu, dann wird das Kleinklima beinahe wüstenhaft. Daher größere Gehölze als Schattierung einplanen. Ganz schattige Hinterhöfe sind Problemzonen. Hier kann man oft nur noch Kräuter und Salate anbauen.

Pflanzen: In der prallen Sonne fühlen sich Tomaten und Chili wohl, Gurken lieben Halbschatten, ebenso Pflücksalate. Die mediterranen Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian lieben knallheiße Plätze, die Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kerbel oder auch Schnittknoblauch mögen einen nie ganz trockenen Boden und Halbschatten. Den größten Sonnen- und Wärmehunger hat Basilikum.

Gießen: Wie im Garten gilt: gut wässern alle paar Tage und dann die Erde wieder (oberflächlich) abtrocknen lassen. In der Hochsaison heißt es aber manchmal auch zwei Mal täglich gießen, wenn Wind und Sommersonne die Erde austrocknen.

Düngen: Das Um und Auf für den Erfolg. Viele Gemüsearten benötigen viele Nährstoffe (Paradeiser, Gurken, Zucchini, Kürbisse, aber auch alle Kohlgewächse). Als Grunddüngung Hornspäne in die Erde einarbeiten. Nach etwa drei Wochen zunächst einmal pro Woche flüssig düngen, später dann zweimal. Organische Flüssigdünger immer frisch zubereiten, er beginnt in der Gießkanne zu gären. Nicht zu viel gießen, die braune Flüssigkeit färbt die Böden.

Ernte: Nur wer regelmäßig erntet, wird auch längere Zeit einen ansehnlichen Ertrag haben. Schneidet man zum Beispiel bei den kleinen Snack-Gurken nicht ständig die Früchte ab, dann gibt es plötzlich keine neuen Früchte. Bei Tomaten ab Mitte August die neuen Blüten- beziehungsweise Fruchtstände entfernen.

Schädlinge: Ob im zehnten Stock oder versteckt im Hinterhof: Schnecken, Blattläuse oder auch Ameisen finden jeden Garten. Daher ist es ratsam, wachsam zu sein und schon zu Beginn einzuschreiten. Nützlinge tauchen zwar auch hier auf, man muss meist aber nachhelfen. Gegen Schnecken hilft das Bio-Mittel „Ferramol“, zur Bekämpfung von Blattläusen verwendet man Schmierseifenwasser oder anwendungsfertige Biospritzmittel. Einige wenige Läuse lassen sich auch leicht abstreifen. Ameisen mit Zimtpulver oder den gängigen Bio-Ameisenstreumitteln – sie enthalten ätherische Öle – vertreiben.

Krankheiten: Das größte Problem ist meist der Mehltau. Er wird auch als Schönwetterpilz bezeichnet, denn immer dann, wenn es (schwül-)heiß ist, taucht er auf: bei Gurken, Zucchini oder auch bei manchen Kräutern wie etwa Salbei. Nicht zu übertrieben düngen. Die Pflanzen öfter überbrausen (das schwemmt die Sporen ab) und Schachtelhalmtee sprühen. Die Kieselsäure schützt die Blätter.

Überwintern: Dies ist das schwierigste Thema bei allen Pflanzen. Milde Winter, wie in den letzten beiden Jahren, lassen Rosmarin, Salbei und Thymian problemlos im Freien überleben. Ist es aber sibirisch kalt, müssen die Pflanzen unbedingt geschützt werden. Am besten eignet sich eine Garage dafür, denn allzu warme Standorte gefährden die Pflanzen auch.

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