Hochbeet aus altem Holz – Lattenrost oder Palette

Alex, die sich vor allem mit Handarbeit beschäftigt, schreibt in ihrem Weblog *creativ alex”: “Von einer Baustelle habe ich eine ganze Menge Dachbalken bekommen, aus denen wir meine beiden Hochbeete bauen. Das ganze ist eine ziemliche Bastelei, aber wir schlagen uns ganz gut. Das erste Hochbeet war in einem Tag aufgebaut und ich konnte am Nachmittag sogar schon mit dem Befüllen beginnen.” In ihrem Weblog ist das auch mit Fotografien gut dokumentiert!

Anna und Erik, zwei StudentInnen, haben bei einer Tasse Tee überlegt, wie sie ihren Balkon begrünen könnten und einen kleinen Garten am Balkon einrichten. Es wurde ein Hochbeet, selbstgemacht natürlich. Sie fanden im Keller verschiedenes altes, aber wunderbares Holz wie einen alten Lattenrost, wobei die Bretter zerteilt und zugeschnitten wurden. Mit Schrauben, Teichfolie und fünf Säcken Erde errichteten sie auf ihrem Balkon ein Hochbeet, in dem nun Tomaten, Pflücksalat, Schnittlauch, Rosmarin, Löwenzahn und Basilikum wachsen und die beiden StudentInnen mit Vitaminen  versorgen.

Im Internet findet sich auch eine Bauanleitung für ein Hochbeet aus Paletten: Vier Paletten werden längsseits aufgestellt und rechtwinklig ausgerichtet, und an den Ecken miteinander verschraubt. Wenn das Gerüst steht wird der Boden mit einem Hasengitter ausgelegt und das nach oben gebogene Gitter am Rand der Paletten befestigt. Das so entstandene Hochbeet wird am Rand mit der Teichfolie ausgelegt und mit Tackerklammern befestigt.

In einem Forum wurde viel über Hochbeete aus Euro-Paletten diskutiert. Einige der Für- und Wider-Argumente für ein Hochbeet aus Paletten, die dort genannt wurden, wobei einige interessante Aspekte von mir hervorgehoben werden:

Ich hab “nur” einen Komposthaufen aus Europaletten, aber der steht schon seit fast 6 Jahren inzwischen. Wobei ich sagen muss, dass ich die Optik von Europaletten als Beet jetzt nicht so wahnsinnig überzeugend finde. Das ist allerdings Geschmackssache.

Die Bretter von Paletten sind um einiges stärker. Ich denke nicht, daß Du dir großartig Sorgen machen musst, dass dein Hochbeet all zu schnell zusammenbricht.

… innen habe ich ein “Hasengitter” befestigt (das selbe, dass ich auch auf den Boden gelegt habe). Die Angst vor dem Verrotten der Konstruktion ist meiner Meinung nach, erst nach fünf, sechs Jahren begründet. …, unser Hochbeet aus 15mm dünnen Bretterln hält überwintert jetzt das sechste Mal. Dass es älter wird und wackelt ist eh klar. Wenn’s dann mal soweit ist, vielleicht nächstes oder auch übernächstes Jahr, Dann bau ich eben ein neues Hochbeet. Auch halte ich nix davon das Hochbeet von innen mit einer Folie zu “isolieren”. Da soll ruhig Luft dran!

Ich würde Maulwurf, Regenwurm & Co auch die Chance lassen. … Unkraut kommt so oder so rein, ob nun mit Folie oder ohne. Bevor Dir eine Europalette verwittert, muss schon einiges passieren. Was allerdings schneller weggegammelt ist, sind die Press-Dinger, die teilweise zwischen den Brettern als Abstandhalter fungieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst Du sie ja anpinseln mit Holzschutz (ist aber unnötig, weil EP sowieso behandelt sind)

Mein Komposthaufen bzw seine Umrandung hab ich vor knapp 6 Jahren aus EP zusammengeschustert. Die Paletten lagen auf dem Grundstück aber auch schon etliche Zeit herum. Da rottet nix, auch nicht mit dem zusätzlichen Schnellkomposter, den ich zwischenzeitlich draufgeschmissen hab.

Als Innenverkleidung kannst du genausogut Vlies verwenden, wie man sie für Moorbeete oder als Unterlage unter Teichfolien nimmt. Altes Leintuch geht auch … ‘n olles Spannbettlaken rein und wenn das verrottet ist, sind schon genug Wurzeln im Beet

Wenn Du unbedingt Holz (Euro-Paletten) für ein Hochbeet verwenden willst:
a. keinen Bodenkontakt beim Holz
b. oben (Umrandung) einen Regenschutz
c. innen einen Belag aus Folie- preiswerter bzw. – und besser: Bitumenwellplatten (Hinterlüftung).
d. das Gitter würde ich 2 – Lag. im “Kreuz” verwenden.

… ich habe vor 6 Jahren 3 EP zusammengeschraubt und als Komposthaufen einfach ohne alles in eine Ecke gesetzt. Da ist außer dem Grünschnitt nichts verrottet (und das sollte es ja) die Paletten sind zwar jetzt nicht mehr so schön, aber wären notfalls noch zum Transport zu gebrauchen.

Anja Klein schreibt in der Hannoverschen Allgemeinen unter dem Titel “Ein Hoch auf das Hochbeet”: “Hochbeete lassen sich gut aus Holzresten und Paletten bauen. Allerdings sollte man sich zumindest ein paar Gedanken zur Unbedenklichkeit der verwendeten Materialien machen. Schließlich will man das Gemüse, das darin wächst, auch ohne Bedenken essen. Auf der sicheren Seite ist man bei der Verwendung von Europaletten, die nach den ISPM-15-Richtlinien gekennzeichnet sind. Gedacht für den Transport von Lebensmitteln sind sie lediglich hitzebehandelt und garantiert chemiefrei. Im Zweifel würde ich lieber Holz und Erde mit einer dafür geeigneten Folie aus dem Gartenmarkt trennen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass das Holz nicht ständig in Kontakt mit der feuchten Erde kommt und dadurch länger hält. Ich habe für unsere Hochbeete Siebdruckplatten verwendet. Die kann man beim Schreiner bestellen und zuschneiden lassen. Das Material ist sehr wetterbeständig und lässt sich gut verarbeiten. Lediglich die Schnittkanten sollten behandelt werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Für die Ecken braucht man vier quadratische Holzpfosten. Die gibt’s fertig imprägniert und angespitzt in jedem Gartencenter.”

Auf Internetseiten wie Ebay.at oder Willhaben.at findet man daher immer wieder Agebote wie folgende:

Verkaufe ein Hochbeet aus Palette 80x120x95 und Aufsatzrahmen ohne Folie und Schneckenkante, aber dafür ist eine Zustellung gegen Aufpreis möglich. Wenn gewünscht wird es auch mit einer Lasur eingelassen, kostet extra 20€, einfach anfragen.

Verkaufe ein Hochbeet aus einer Palette und einen Rahmen 80x120x50cm BxLxH ohne Folie und ohne Füllung neu und gegen Aufpreis kann ich auch zustellen.


Hochbeete aus hitzebehandelten Einwegpaletten (HT)

Der Ausbilder Olaf Herzog, der unter anderem in Potsdam mit geflüchteten Menschen Hochbeete im Rahmen des Integrationsprojekts Avada gebaut und bepflanzt hat. Die Pflanzkisten lassen sich auch von Hobbygärtnern problemlos selbst herstellen. Der Angestellte ist aktiv in der Arbeitsgruppe „Green IB“, die grüne und nachhaltige Ideen in den Arbeitsalltag integriert. Er selbst hat solche Pflanzkisten auch schon für seinen heimischen Garten hergestellt. Das ist in einem Tag erledigt und lässt sich sogar allein bewerkstelligen. Besonders nachhaltig ist es, auf Einwegpaletten aus Holz zu setzen. Die sehen als Hochbeet umfunktioniert nicht nur gut aus, sondern werden sonst nach einmaligem Einsatz für den Transport entsorgt, im Gegensatz zu Europaletten. Olaf Herzog konnte die Einwegpaletten über ein Möbelhaus erhalten, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Branchen, die mit ihnen arbeiten. Für ein Hochbeet benötigt man fünf Paletten. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass diese nicht chemisch behandelt worden sind. Chemisch behandelte Paletten tragen die Kennzeichnung MB, ist HT aufgedruckt, wurden sie hitzebehandelt und sind ideal fürs Hochbeet. Ebenfalls für den Bau gebraucht werden eine Säge, ein Akkuschrauber, Schrauben, eine Folie, Erde, ein Tacker sowie Hasendraht. Eine glatte Fläche von zwei Quadratmetern reicht auf der Terrasse für den Pflanzkasten aus. Es empfiehlt sich, die Paletten so zu verschrauben, dass die Standfläche nach außen zeigt. So entstehen Halterungen für Blumentöpfe, die sehr dekorativ aussehen. Während vier Paletten zusammengeschraubt ein Quadrat bilden, dient die Fünfte als Zwischenebene und wird auf halber Höhe angebracht. Denn so tief gehen die Wurzeln nicht. Zunächst muss die Kiste mit der Folie ausgekleidet werden, die zum besseren Halt ans Holz getackert wird. Die Folie unten nicht ganz dicht lassen, denn sonst bildet sich unerwünschte Staunässe. Am besten ein paar Löcher hineinpieken. Olaf Herzog rechnet damit, dass ein Hochbeet aus Paletten mindestens fünf Jahre hält.

Quellen

http://www.kreativisten.at/altholz-hochbeet (13-06-30)
http://www.art-of-colours.net/bauanleitung.htm (13-06-30)
http://www.1-2-do.com/forum/hat-jemand-erfahrung-im-bau-von-hochbeeten-aus-euro-paletten-thema-13477.html (14-01-19)
http://creative-alex.blogspot.co.at/2014/04/hochbeet-1.html (14-04-14)
https://themenwelten.maz-online.de/alles-paletti-im-hochbeet-95819 (20-04-07)

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7 Kommentare zu Hochbeet aus altem Holz – Lattenrost oder Palette

  1. Hochbeete aus Palettenrahmen - Ein echter Gartentrend sagt:

    Individuelle Hochbeete für Balkon, Terasse und Vorgarten ermöglichen das Gärtnern in Städten. Reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Gestalterische Flexibilität. Zwei- bis dreimal so hohe Erträge beim Ernten. Gesundheitsschonendes, angenehmes Arbeiten. Hochbeete, die mit Palettenrahmen aufgebaut werden, sind eine echte Augenweide auf der Terrasse und zudem rücken- sowie knieschonend. Des Weiteren sorgt die erhöhte Bodenwärme und die eingebrachten Nährstoffe für eine deutlich höhere Ernte sowie für eine erheblich längere Erntezeit. Palettenrahmen können eindrucksvoll als Hochbeet verwendet werden, die Ihnen helfen werden, eine schöne Terrasse zu schaffen. Die Hochbeet-Faltrahmen auf der Terrasse bieten vielfältige und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und können zur Bepflanzung mit Gemüse, Kräutern, Blumen, Stauden und vielen weiteren Pflanzen verwendet werden. Die Beetgestaltung nimmt mittlerweile einen wichtigen Punkt in der Terrasseplanung ein, sodass man immer häufiger Hochbeete neben Flachbeeten, Rasenflächen oder Obstbäumen stehen sieht. Hochbeete aus Palettenrahmen unterscheiden sich aufgrund der festen Rahmenkonstruktion und können problemlos im Stehen gepflegt werden. Dadurch sind Hochbeete von der Bodenqualität der Terrasse unabhängig. Palettenaufsatzrahmen werden einfach aufgeklappt, übereinander gestapelt und fertig ist das Hochbeet – kein Zusammenbau der einzelnen Bretter und Schaniere notwendig. Zusätzlich können die Hochbeete mit einer handelsüblichen Teichfolie ausgekleidet werden. Das schützt und beugt der Austrocknung des Holzes vor. Zudem sollte beim Kauf der Pflanzenerde nicht gespart werden. Billige Pflanzenerde verklumpt schneller und beschädigt die Wurzeln langfristig. Um ein Hochbeet anzulegen, eignet sich der Frühling und Herbst ideal. Der Jahreszeit geschuldete, natürlich anfallende Abfall im Garten versorgt die Hochbeete von Anfang an mit äußerst nützlichen Nährstoffen. Seine Terrasse mit Hochbeeten aus Palettenrahmen zu bereichern, hat grundlegend schon einmal, bezüglich der vielen Vorteile, die richtige Entscheidung getroffen. Dennoch können weitere Punkte beachtet werden, die das spätere Bearbeiten nochmals erleichtern. Optimal ist ein sonniges Plätzchen in Nord-Süd-Richtung – so wird am effektivsten die Sonneneinstrahlung genutzt. Der Untergrund sollte zudem eben gehalten werden. Dies erleichtert die Bepflanzung und man kommt von allen Seiten unkompliziert ans Hochbeet. Ein Hochbeet benötigt mehr Wasser als ein herkömmliches Beet – vor allem gerade im Sommer. Daher ist ein Wasseranschluss in der Nähe des Hochbeetes sinnvoll.

  2. Main-Echo sagt:

    Die Vorteile für ein Hochbeet liegen auf der Hand: nicht nur wer einen sehr kleinen Garten, oder auch begrenzten Platz auf einer Terrasse oder einem Balkon hat, kann in bequemer Arbeitshöhe Gemüse und Kräuter angebauen …
    Wie man mit einfachsten Mitteln sich ein Hochbeet selbst bauen kann, bekamen die Teilnehmer eines Workshops des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in Kleinostheim gezeigt. Unter der Leitung von Wolfgang Paulke entstanden aus 14 Holzpaletten zwei Hochbeete für den Kräuter- und Gemüsegarten des Naturschutzverbandes. Im Rahmen des aktuellen Projektes „Ackern für die Zukunft“ werden diese nach den Eisheiligen mit essbaren Pflanzen bestückt. Ab Ende Mai können sich dann die Besucher durch die Hochbeete futtern.

  3. Reinhard Marquardt, Institut für Biologiedidaktik an der Justus-Liebig-Universität sagt:

    Ein Hochbeet aus recycelten Materialien sowie der Strohballen lassen sich auch auf einem asphaltierten Schulhof umsetzen. Lehrbeauftragter Reinhard Marquardt veranschaulichte, wie sich das Thema Biotop in alle Unterrichtsfächer konkret einbeziehen ließe. So müsse man vor der Erstellung eines Nutzgartens beispielsweise die Fläche berechnen, die chemische Zusammensetzung des Bodens untersuchen oder die Sonneneinstrahlung berücksichtigen. Auch die ästhetische Gestaltung soll nicht zu kurz kommen. Das Ziel aller Unterrichtsideen ist die Entwicklung von Kompetenzen im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die das Land Hessen über seine Nachhaltigkeitsstrategie fördert. Dabei sollen Kinder und Jugendliche lernen, verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Seit der Schul- und Nutzgarten vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, finden dort regelmäßig Fortbildungen und Workshops statt.

  4. Die Harke sagt:

    Weiterverwendung von ausgemustertem Material steht beim NABU nach eigenen Angaben hoch im Kurs, denn es schont Ressourcen und die Umwelt. Im NABU-Garten in Schessinghausen entstand zum Start des Gartenjahres ein Paletten-Hochbeet aus Recyclingmaterial. Viele kleine und große Helfer packten mit an und bauten zügig Rahmen und Abdeckung. Ein Asthaufen, zusammengerechtes Laub und der Inhalt von drei Kompostern verschwanden anschließend im Hochbeetrahmen und wurden verdichtet. „Jetzt können die vielen kleinen Komposttiere und Mikroorganismen zeigen, was sie an Recycling so drauf haben und den Inhalt in Humus und Wärme verwandeln. Als oberste Schicht kam torffreie Erde zum Einsatz. Kurz vorm Dunkelwerden konnte dann sogar noch gemeinsam die erste Gemüsesaat eingebracht werden“, schreibt der NABU.
    Zeitgleich wurden im Haus fleißig Samenpakete und -papiere für Insektenfutter-Blütenpracht in den kommenden Monaten angefertigt.
    Quelle: https://www.dieharke.de/Lokales/Lokalnachrichten-6/65614/Hochbeet_aus_Paletten.html (18-03-29)

  5. Stadt Bonn sagt:

    Der Frühlingsmarkt des Amts für Stadtgrün in Bonn lockt viele Hobbygärtner und Naturfreunde auf den Münsterplatz. Dort erweckt vor allem die Konstruktion eines Hochbeets aus Gebrauchtholz. Bürgermeister Rainer Limbach eröffnete den Markt zusammen mit Blütenkönigin Lea und der Bornheimer Spargelkönigin Leonie Palm sowie den Jagdhornbläsern von der Kreisjägerschaft Bonn und kam bei seinem Rundgang auch beim Marktausrichter, dem Amt für Stadtgrün, vorbei. Dort stellte Rolf Warnecke ein Hochbeet aus Europaletten, Gartenbauvlies und Federstahlstangen fürs Urban Gardening vor. „Wir wollen zeigen, was man mit einfachsten Dingen machen kann“, sagte er. Die Paletten könne man oftmals auf Baustellen finden. „Die werden vielfach entsorgt, obwohl es darauf Pfand gibt.“ Oder man frage beim Bauhof nach, dort müsse man aber oft dafür bezahlen.
    Quelle: General Anzeiger vom 24. April 2017

  6. Europalette sagt:

    Ein Hochbeet aus Europaletten selber bauen: Ein Hochbeet kann im Handumdrehen aus Europaletten und einigen Aufsatzrahmen selbst gebaut werden. (…) Beim Bau eines Hochbeets aus Europaletten setzt nur die Phantasie Grenzen. Besonders einfach und günstig lässt sich ein Hochbeet aus einer Europalette und Aufsatzrahmen bauen. Das Hochbeet kann anschließend mit Folie ausgelegt werden, damit das Holz so lange wie möglich geschützt bleibt.

    Maße: 120x80x20cm – 4 Scharniere – 2 Holzschichten
    IPPC zertifzierte Holzaufsetzrahmen
    Zubehör wie Deckel oder neue und gebrauchte EUR-Paletten.

  7. Garten in der Kiste sagt:

    Ob auf dem Balkon oder dem heimischen Rasen – das Hochbeet erlebt eine Renaissance. Warum höher gepflanzte Karotten besser wachsen und wie man ein Hochbeet leicht selbst baut. Warum auf dem Boden bleiben, wenn man ganz hoch hinaus will? Das denken sich immer mehr Gärtner und verlegen ihre Beete um eine Etage nach oben. Hochbeete liegen im Trend – und nicht nur urbane Hipster stehen auf selbstgezüchtete Hochbeet-Kresse auf dem Käsebrot. So auch beim „Frankfurter Garten“ in der Stadt am Main. Dort hat das Urban-Gardening-Projekt auf einem Platz am Ostbahnhof ein Zuhause gefunden. Hier treffen sich die Stadtgärtner zum Pflanzen, Essen, zum Mädchenflohmarkt – und zum Hochbeetebauen. „Wir nutzen das, was die Stadt abwirft, alte Europaletten zum Beispiel, um etwas anderes daraus zu machen“, erklärt Boris Wenzel, der seit der ersten Stunde des Frankfurter Gartens im Frühjahr 2013 dabei ist, das Konzept des Upcyclings. Für ihn hat Urban Gardening immer etwas mit Bauen zu tun. „Wenn ich auf dem Land wohne und Selbstversorger sein möchte, habe ich ja Platz“, sagt Wenzel. „Je verdichteter die Bebauung in den Städten ist, desto komplizierter wird es, selbst etwas anzupflanzen.“ Boden und damit Pflanzfläche ist auch angesichts steigender Grundstückspreise in Metropolen Mangelware. Immer mehr Menschen in der Stadt haben keinen großen Garten, in dem sie breitflächig ein Blumenmeer anlegen oder einen großen Gemüsegarten bewirtschaften könnten – und die Zeit dafür haben sie schon gar nicht. Mehr als ein kleiner Grünstreifen vor der Doppelhaushälfte, ein gepflasterter Hinterhof oder ein Balkon sind nicht drin. Trotzdem möchten viele Städter im Zuge der Do-it-yourself-Bewegung selbst angebautes Obst und Gemüse ernten. Sie wollen sich eine kleine grüne Oase schaffen oder ihren Kindern nahebringen, wie eine Tomate gedeiht. Die Lösung: das Hochbeet. Vor Tausenden von Jahren in Südchina erfunden, wo es unter dem Namen „Hügelbeet in der Kiste“ bekannt ist, bietet es reichhaltige Erträge auf kleinem Raum. Ob Gemüse, Salat, Blumen, Kräuter oder Früchte – vieles lässt sich auf dem kleinen Rechteck setzen.
    Quelle: Frankfurter Allgemeine vom Mittwoch, 11. Mai 2016.

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