Hochbeet aus Strohballen

Eigentlich ist man daran gewöhnt, Pflanzen in Erde zu setzen, doch man kann Pflanzen auch direkt in einen Strohballen pflanzen, etwas Wasser, Dünger und Sonnenschein genügen dann, denn beim Zersetzungsprozess im Inneren des Strohballens werden die notwendigen Nährstoffe für eine ganze Saison produziert, so dass das Strohballen-Hochbeet schönes und gesundes Gemüse oder Früchte hervorbringt. Die Ballen werden 12 bis 18 Tage jeden Tag mit Stickstoffdünger bestreut und gewässert, wodurch sich im Inneren eine heiße Zersetzung bildet, also Kompost ohne Unkrautsamen und mit einer für Pflanzen optimalen Temperatur. Die Rotte gibt Bodenwärme und liefert Nährstoffe, sodass Giersch und Quecke nicht so leicht einwachsen können wie in ein normales Beet. Das oberflächliche Stroh wirkt dabei wie eine Mulchschicht, denn es setzt die Verdunstung herab und ist ein schlechtes Keimbett, daher wenig Unkraut.

Der große Vorteil ist, dass kein Auflockern und kein Harken mehr nötig ist, das Unkraut, dessen Samen oft in jeder Erde sind, bleibt aus und das Hochbeet erleichtert das Pflanzen ohnehin, da kein tiefes Bücken oder langes Knien auf der Erde mehr nötig sind. Im Herbst landen die Reste dieses Strohballen-Hochbeets im Kompost, bilden also einen natürlichen Kreislauf.

Übrigens hat der Amerikaner Joel Karstens aus Minnesota diese revolutionäre Anbaumethode im „natürlichen Pflanzkübel“ entwickelt und über Jahre perfektioniert. Diese Anbaumethode ist besonders für Balkon und Terrasse geeignet.

Allerdings sollte man die Strohballen nicht direkt mit einer Holzoberfläche über einen längeren Zeitraum in Kontakt bringen, denn durch die konstante Feuchtigkeit kann sich der Holzboden verziehen, das Holz kann sich wellen und verrotten. Da behilft man sich mit einer Gummimatte, die man im Handel für Landwirtschaftsbedarf bekommt. Diese Gummimatten werden normalerweise als Unterlage in Viehställen benutzt.

Tipp: Manchmal gibt es relativ günstig Strohballen zu kaufen, die erst kürzlich nass geworden sind. Diese sind für den Landwirt schwerer verkäuflich, sodass man einen günstigen Preis aushandeln kann.

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