Hochbeet-Idee „Ackerwinde“

Jan Lanvers hat in Witzenhausen Ökologische Agrarwissenschaften studiert und war bereits 2016 mit der Ackerwinde Preisträger beim Gründerwettbewerb der Uni Kassel. Er hat sich die Idee mittlerweile patentieren lassen und will sie mit seiner Schwester Teresa nun vermarkten. Das besondere Hochbeet Ackerwinde mit Spezialsubstrat und Bewässerungssystem erlaubt den vertikalen Anbau von Gemüse, Kräutern und Blumen. Die Ackerwinde vervielfacht die nutzbare Fläche für den Pflanzenanbau und besticht gleichzeitig durch ihr außergewöhnliches Design. Begonnen hat alles mit einem Projekt im Fachgebiet Ökologischer Land- und Pflanzenbau: Lanvers sollte eine Gemüsesäule weiterentwickeln, die die Künstlerin Claire Pentecost 2012 als Teil des Projekts „Seed Soil“ auf der documenta13 vor dem Ottoneum gezeigt hatte. Dabei fand Lanvers einen Weg, das Beet so zu bauen, dass sich die Pflanzen in dem vertikalen Beet nicht gegenseitig Licht und Platz streitig machen. Sein Ziel ist es, dass Menschen durch das Beet Lust bekommen, selbst Gemüse anzubauen. Das Hochbeet kann in unterschiedlichen Höhen aufgestellt werden und braucht nur wenig Grundfläche – ideal also für das Gärtnern auf Balkonen oder in kleinen Gärten. Ein Exemplar der Ackerwinde, das von verschiedenen Sponsoren gestiftet wurde, steht seit dem Sommer am Marktplatz in Witzenhausen und soll neue Möglichkeiten in der Stadtbegrünung und im Urban Gardening eröffnen.

Facebook: https://www.facebook.com/growingpillar/

Video: https://www.facebook.com/growingpillar/videos/247686532533521/



Anmerkung: Übrigens scheint der Begriff Ackerwinde nicht besonders glücklich gewählt, denn es handelt sich dabei um ein in Europa weit verbreitetes Unkraut aus der Familie der Windengewächse. Es ist eine windende, mehrjährige, krautige Pflanze, die im Boden ein dichtes Netzwerk von knotig verdickten Wurzelsträngen ausbildet, die immer wieder neue Sprossen hervor treiben, selbst wenn man die Pflanze oberflächlich gejätet hat. Die Spitzen der Sprossachsen führen kreisförmige Suchbewegungen von oben gesehen, entgegen dem Uhrzeigersinn durch, um sich an einer geeigneten Unterlage emporwinden zu können. Allerdings ist die Acker-Winde auch eine altbekannte Heilpflanze, sie enthält psychoaktive Alkaloide, wie sie früher beispielsweise in Hexensalben verwendet wurden.

Siehe dazu auch das Gedicht Wildwuchernde Winde.

Dieser Beitrag wurde unter Kreativität, Originelles, Urban Gardening veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar