Doris Kampas: Das unglaubliche Hochbeet

Das unglaubliche Hochbeet. Ernten bis zum Umfallen. Wie Sie ein Hochbeet planen, selber bauen, richtig befüllen, bepflanzen uvm. Mit einem wunderschönen Anbau- und Erntekalender” ist ein ganzbesonderes Hochbeet-Buch von Doris Kampas.

Die Hochbeetqueen Doris Kampas hat schon hunderte Beete gebaut und angelegt und kennt daher alle Fragen und Probleme, die sich rund um diesen rechteckigen Mini-Garten ergeben, der auch auf einem Balkon oder einer Terrasse stehen kann.

Doris Kampas zeigt detaillierte Zeichnungen zu jeder Wachstumsphase und gibt die jeweils anstehenden Pflegetipps: düngen, gießen, Rankhilfen aufstellen, neu aussäen und pflanzen … Sie lässt aber auch an ihren persönlichen Erfahrungen des Scheiterns teilhaben, denn bekanntlich lernt man auch als Gärtner aus Fehlern am meisten.

Doris Kampas kreiert in ihrem Buch etwa das “Smoothie-Hochbeet” (siehe unten!), das “Pizza-Pasta-Hochbeet” oder das “Den-ganzen-Winter-frisches-Gemüse-Hochbeet“. Es finden sich aber auch neue Themenbeete: vom “Around-the-World-Beet“(siehe unten!) für Entdecker bis hin zum “Kleine-Hände-Beet” für Kinder.

Und für Selbermacher gibt es eine Bauanleitung für ein Ruck-Zuck-Palettenhochbeet auf der Terrasse oder auf dem Balkon!


Ausschnitte aus einem Interview mit Doris Kampas:

Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft ist mein persönlicher Favorit, weil es ein natürliches Material ist. Doch auch hier gibt es Unterschiede: Kiefernholz ist zwar günstig, verwittert aber sehr rasch. Lärche hingegen ist von Natur aus sehr langlebig und muss nicht imprägniert werden. Auf lange Sicht ist es daher günstiger und eignet sich am besten als Material. Hochbeete kann man aber auch aus Klinker- oder Bruchsteinen bauen, die man mit etwas Mörtel verfugt. Oder man ist kreativ und baut es aus Paletten, alten Wein- oder Bäckerkisten. Auch eine alte Badewanne oder eine Schubkarre lassen sich in ein Hochbeet verwandeln. Metall-Hochbeete aus Aluminium sind nicht sehr ökologisch, da ihre Herstellung sehr energieaufwendig ist. Auch Hochbeete aus Kunststoff sind unökologisch und oft billig verarbeitet.

Ein Hochbeet sollte so gebaut sein, dass man bequem darin gärtnern kann. Die Höhe hängt von der Körpergröße ab: Bei Erwachsenen, die zwischen 1,60 und 1,80 Meter groß sind, sollte das Hochbeet zwischen 80 und 85 Zentimeter hoch sein, bei größeren Personen zwischen 100 und 110 Zentimetern. Ein Hochbeet mit 40 bis 50 Zentimetern Höhe eignet sich für Kinder oder für alle, die darin Tomaten oder Stangenbohne anbauen wollen – sonst benötigt man für die Ernte eine Leiter. Wird das Hochbeet beidseitig bearbeitet, sollte es zwischen 100 und 120 Zentimetern breit sein, damit man gut von beiden Seiten arbeiten kann. Für die Länge sind zwei bis drei Meter ideal. Bei längeren Hochbeeten hält das Holz sonst dem Druck der Erde nicht stand.

Ein sonniger Standort ist optimal, weil die meisten Gemüsepflanzen Sonne benötigen. Wenn man es an der schattigen Nordseite aufstellt, muss man die passenden Pflanzen auswählen, zum Beispiel Blattgemüse wie Salat und Mangold.

Prinzipiell unterscheidet sich die Bepflanzung eines Hochbeetes nicht von der eines Bodenbeetes. Viele neigen aber dazu, die Pflanzen zu dicht zu setzen. Die Abstände einzuhalten, ist aber unbedingt notwendig, damit sich die Pflanzen ordentlich entwickeln können. Wer sein Hochbeet im Herbst oder zeitigen Frühjahr bepflanzen will, sollte einen Frühbeet-Aufsatz verwenden.

Im Frühjahr wachsen unter dem Frühbeet-Aufsatz Salate, Radieschen und Blattgemüse, die dann zu Mitte Mai rasch abgeerntet werden. Sie werden dann von Tomaten, Paprika und Chili, Auberginen Gurken und Buschbohnen abgelöst. Auch Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie kann man ab April ins Hochbeet pflanzen. Ab September kann man Wintergemüse anbauen: Asia-Salate und Feldsalat, Radieschen, Spinat, Winterkresse, Winterportulak, Lauch und Kohl können unter Glas den ganzen Winter hindurch geerntet werden. Stangenbohnen sind wegen der Höhe schwer zu beernten. Zucchini brauchen sehr viel Platz – ebenso wie Melonen und Kürbis, wenn man sie nicht an der Seite herunter ranken lässt. Für Zierpflanzen und Beerensträucher finde ich den Platz zu schade, sie gedeihen auch gut im Gartenboden.


Doris Kampas bietet in ihrem Buch Ideen für Themenbeete:

Around-The-World-Hochbeet

Süßkartoffeln (3x) Mit den Kartoffeln verbindet das Gemüse aus der Familie der Windengewächse nur der Name, aber die Verwendung ist ähnlich. Erntezeit ist Ende September.
Tomatillos „Purble“ (2x) In Mexiko stecken sie als Grundlage in den Salsa-Soßen. Die Tomatillos (Nachtschattengewächse) sind im August reif, wenn ihre lampionartigen Hüllen aufplatzen.
Griechischer Bergtee (1x) Sowohl die Triebspitzen als auch die Blüten können ab Juni für einen Tee verwendet werden.
Neuseeländer Spinat (3x) zählt zu den Eiskrautgewächsen, kann wie Spinat verwendet werden. Ab Juli bis zum ersten Frost kann man regelmäßig die Spitzen abschneiden.
Okra (2x) Kurz nach der Blüte bilden sich die Okra-Schoten, vier, fünf Tage später sollten sie geerntet werden, solange die Samen im Inneren noch klein sind.
Erdmandeln (ca. 10x bis 12x) Im Oktober zieht man die ganzen Grasbüschel aus dem Beet: Die Knollen hängen an den Wurzeln – bis zu 500 pro Pflanze.

Smoothie-Hochbeet

Sommerportulak (Samen) Verleiht dem Smoothie einen nussigen, leicht säuerlichen Geschmack. Ernte ab Mitte/Ende Juni.
Grünkohl (3x) oft deftig kombiniert, als vitaminreiches Superfood aber absolut smoothietauglich. Überwintert im Beet!
Kopfsalat (4 x) Pflücksalat (Samen) Müssen „schoßfest“ sein, das bedeutet, sie dürfen bei Wärme nicht in die Blüte übergehen.
Gurke (2x) Braucht wie die Melone viele Nährstoffe und muss viel gegossen werden. Mit einem Kletterturm oder Klettergerüst verhindert man, dass die Gurken das Beet zuwuchern. Ernte ab Juli.
Basilikum (2x) Ab spätestens Juli immer die frischen Triebspitzen ernten, dann verzweigt sich der Strauch besser.
Wassermelone (1x) ein Außenseiter – damit er ranken kann … Wenn der Strunk ab Ende August anfängt, sich zu verfärben, sind Melonen reif.
Kohlrabi, Karotten Sie werden wie Sommerportulak und Pflücksalat direkt in Reihen gesät. Ruhig etwas dichter säen, für den Smoothie sind ab Juni die zarten, jungen Blätter gut geeignet. Für die laufende Ernte in Sätzen nachsäen.
Wenn der Herbst kommt Ab September kann weitergesät werden, z. B. Pflücksalat, Radieschen, Feldsalat, Asia-Salat, Winterportulak.

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