Winter im Hochbeet

Gemüse und Obst wächst zwar vor allem im Sommer gut, doch der Winter hält ebenfalls einige Voraussetzungen für bestimmte Gemüsesorten bereit. Wintergemüse ist nicht nur sehr gesund, sondern trägt maßgeblich zu einer gesunden Ernährung bei. Besonders verschiedene Kohlsorten und Salate wachsen in ihm hervorragend heran, sodass man auch im Winter frisches Gemüse ernten kann.

Zwar liefert allein die Aufschichtung eines Hochbeetes oft nötige Wärme, doch sie bietet jedoch keinerlei Schutz bei Nässe und Frost, sodass man zusätzliche Maßnahmen ergreifen muss, um die Pflanzen vor Erfrierungen zu bewahren. Hierzu stattet man das Hochbeet im Winter mit Foliendächern oder -tunneln aus, denn diese halten die Wärme über den Pflanzen. Allerdings ist es notwendig, diese an regenfreien Tagen abzunehmen oder an den Kopfseiten zu öffnen, um eine geregelte Luftzirkulation zu ermöglichen.

Schon im Juni werden die ersten Gemüsesorten im Hochbeet ausgesät, die man Ende Oktober oder Anfang November ernten kann: Rosenkohl, Mangold, Grünkohl, Pastinaken, Kohlrabi, Wirsing, Endiviensalat, Weißkohl, Rotkohl, Rettich, Lauch oder Radicchio. Wintergemüse wie Pastinaken und Lauch werden sogar schon Ende Mai ausgesät, damit sie genügend Vorlaufzeit zum Wachsen haben, von denen viele den gesamten Winter aus halten. Die letzten Reste der Ernte fallen manchmal sogar auf Mitte März, wenn man sich schon wieder Gedanken um anderes Gemüse machen kann. Neben diesen Gemüsesorten gibt es noch weitere, die man etwas später ins Hochbeet einbringen kann:

  • Spinat: Aussaat im Oktober, Pflanzung im November, Ernte von Januar bis März
  • Babyleaf-Salat: Aussaat im August, Pflanzung im September, Ernte von November bis Januar
  • Radieschen: Aussaat im September, Pflanzung im Januar, Ernte von November bis März
  • Asia-Salate: Aussaat im September, Pflanzung im November, Ernte von November bis März
  • Rucola: Aussaat im September, Pflanzung im November, Ernte von November bis März
  • Vogerlsalat: Aussaat im September, Pflanzung im Oktober/November, Ernte von November bis Dezember

Diesen Gemüsesorten sind sehr kälteresistent, dennoch sollten sie vor der Ernte nicht zu viel Frost abbekommen, denn das beeinflusst den Geschmack und manches Gewmüse wir im Winter bitter, vor allem die meisten Kohlsorten. Vogerl- und Babyleaf-Salate hingegen gedeihen besonders gut in der Kälte.

Übrigens: Der besondere Wohlgeschmack des Grünkohls in der kalten Jahreszeit liegt daran, dass Grünkohl bei kalten Temperaturen komplexe Kohlenhydrate in den Zellwänden zu kleineren Zuckermolekülen umwandelt. Diese sind allesamt süß und lassen den Grünkohl besser schmecken. Analysen ergaben, dass die der Kälte ausgesetzten Pflanzen in erhöhten Konzentrationen vor allem die Zucker Fructose, Melibiose, Maltose und Raffinose produzieren. Die Zuckerteilchen sind so etwas wie das Frostschutzmittel des Grünkohls, wobei sich die Pflanze dabei die sogenannten kolligativen Eigenschaften von Zucker zunutze macht. Das heißt, je mehr Zuckerteilchen in Wasser aufgelöst sind, desto niedriger ist der Gefrierpunkt. Auch die Grünkohlpflanze ist aus Selbsterhaltungsgründen bestrebt, das Wasser in ihren Zellen nicht gefrieren zu lassen, weshalb sie bei Frost die Anzahl der Teilchen in den Zellen erhöhen.

Wichtig ist allerdings auch bei der Winterbepflanzung die Fruchtfolge!

Quellen

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/gemuese-beet-leer-vor-winter-ernten-100.html (20-10-31)

Weitere Seiten zum Thema

Dieser Beitrag wurde unter Hochbeet Praxis, Praktisches veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.