Paradeiser im Hochbeet

Paradeiser – oder wie man in anderen deutschsprachigen Ländern sagt: Tomaten (siehe dazu den Kommentar!) – im Hochbeet verlangen einiges Geschick, vom Samen oder gekauften Pflänzchen bis zur Ernte mit vollem sonnenreifen Geschmack. Wichtig: Paradeiser benötigen einen guten Boden und fürchten Nässe von oben, daher sind sie als Hochbeetpflanzen im Schutz von einem Dachvorsprung, auf einem Balkon oder auf der Terrasse nahe bei einer Hauswand gut aufgehoben. Zusätzlich brauchen sie Sonne bzw. Warmwetter, und das mindestens drei bis vier Monate lang. Beim Setzen der Paradeiser ist auf genügend Abstand, etwa 40 bis 60 cm, zu achten, denn wenn die Pflanzen gewachsen sind, sollte immer noch der Wind durch sie hindurch streichen können, um die überschüssige Feuchtigkeit abtrocknen zu können. Dadurch kann man Krankheiten wie etwa Mehltau verhindern.

Man kann Paradeiser entweder selber säen oder gut gewachsenen vorgezogene Pflanzen auf  einem Wochenmarkt oder auch in Gärtnereien kaufen. Die Jungpflanzen sollten mindestens fünfundzwanzig Zentimeter hoch sein und die Blätter sollten frisch aussehen. Dann pflanzt man diese vorgezogene Pflanze in das Hochbeet, wobei in das Pflanzloch Blätter von Brennesseln als Dünger legen kann. Wichtig ist dabei, die Jungpflanze so tief zu setzen, dass die unteren Blätter noch herausschauen, denn Paradeiser können aus den Stängeln  Wurzeln bilden. Setzt man sie daher tief ein, haben die Pflanzen in der Folge einen guten Halt und können sich durch dieses Mehr an Wurzeln auch besser ernähren. Übrigens: Paradeiser werden am besten leicht schräg eingepflanzt, denn so entwickeln sie mehr Wurzeln, was für einen besseren Stand und erhöhte Nährstoffzufuhr sorgt.

Neben die Pflanze sollte man auch zwei oder mehrere Stäbe oder ein kleines Gitter setzen, an denen man die Stauden später anbinden kann. Die wachsende Paradeispflanze sollte man immer wieder hochbinden, denn die Stängel knicken sehr leicht. Übrigens: Wenn noch keine kleinen Paradeiser an der Pflanze sind, braucht sie nur wenig Wasser, aber sie fallen bei Trockenheit ziemlich zusammen, regenerieren sich aber schnell. Die unteren Blätter sollte man entfernen, damit die Sonne auch den Boden erreicht und ihn erwärmt, aber auch die seitlichen Triebe sollte man reduzieren, denn zu viele Blüten überfordern eine Pflanze, wobei man die ausgezwickten Triebe einfach in Töpfchen mit einem Sand-Erde-Gemisch stecken kann, denn sie wurzeln reltiv leicht an. Einmal in der Woche mit Brennesseljauche düngen.

Gute Nachbarn nehmen einander weder Licht noch Nährstoffe weg, denn sie schützen einander vor Schädlingen sowohl ober- als unterirdisch mit speziellen Ausscheidungen über Duftdrüsenhaare oder die Wurzeln. Eine gute Nachbarschaft für Paradeiser im Hochbeet sind Basilikum und Knoblauch, deshalb kann man im Hochbeet zwischen drei bis vier Tomatenpflanzen immer wieder Basilikum setzen und eine Knoblauchzehe versenken. Gute Pflanzennachbarn für Paradeiser sind auch Kapuzinerkresse, Paprika, Chili, Petersilie, Kohl, Kohlrabi. Schlechte Nachbarn für Paradeiser sind Erbsen, Fenchel und Erdäpfel.

Das Wichtigste zusammengefasst: Paradeiserpflanzen brauchen viel Licht und Wärme. Darum sollte man die Pflanzen möglichst drinnen vorziehen. Bereits ab Mitte März kann man Paradeiser aus Saatgut auf der Fensterbank Pflänzchen ziehen. Nach den Eisheiligen können die Pflanzen dann nach draußen umziehen. Man sollte Sorten auswählen, die für den Anbau im Freiland geeignet sind. Vor allem Cocktailparadeiser, Wildparadeiser und Buschparadeiser gedeihen im Hochbeet prächtig. Fleischparadeiser hingegen sind im geschützten Gewächshaus besser aufgehoben. Man soillte möglichst alle Blätter in Bodennähe abschneiden. Das verhindert, dass Regen- oder Gießwasser Pilze und Keime vom Boden auf die unteren Blätter spritzen lässt. Zusätzlich sollte man noch eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh aufbringen. Das schützt vor der Kraut- und Braunfäule. Auch die passende Mischkultur im Hochbeet hält Schädlinge und Krankheiten fern. Noch dazu erweitern sie den Speiseplan des Gärtners. Gute Beetnachbarn für Paradeiser sind zum Beispiel Basilikum, Knoblauch, Spinat, Zwiebeln und Petersilie. Kartoffeln und Gurken hingegen sollten nicht zu Paradeiser gesetzt werden.

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2 Gedanken zu „Paradeiser im Hochbeet“

  1. (Acker)-Schachtelhalmjauche

    Womit wir bei einem probaten und noch dazu sehr günstigen Hausrezept gegen den auf Blattunterseiten wachsenden Falschen Mehltaupilz wären. Die Zubereitung ist zugegeben etwas aufwendig, das Gebräu dafür aber umso wirkungsvoller. Der Sud aus Ackerschachtelhalm und Wasser enthält kratzende Kieselsäure. Um sich dagegen zu wehren, verstärken die behandelten Pflanzen ihre oberste Zellschicht und schützen sich zugleich vor den gefürchteten Pilzsporen des Falschen Mehltaus. Denn die müssen sich nun deutlich mehr anstrengen, um die Blätter zu erobern. Damit ist auch klar: Der Tee vom Ackerschachtelhalm lässt sich sehr gut vorbeugend einsetzen. Doch auch, wenn der Pilz die Blätter bereits befallen hat, schlägt die gelöste Kieselsäure wirksam zu. Die Jauche hilft übrigens auch im Kampf gegen Blattläuse.
    Und so geht’s: Zerkleinern Sie 100 Gramm frische Triebe des Ackerschachtelhalms und übergießen Sie das Grün mit einem Liter Wasser. Der Sud muss nun 24 Stunden ziehen. Mit aufgekochtem Wasser reduziert sich die Wartezeit um die Hälfte. Bevor die Pflanzen besprüht werden können, sollte die Jauche zunächst durch ein Sieb geschüttet und danach im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt werden. Bei Gießwasser genügt das Mischverhältnis 1:10.
    Tipp: Sollten in Ihrem Garten kein Ackerschachtelhalm wachsen, sammeln Sie ihn in der Natur. Auf feuchten Böden fühlt sich das auch als Zinnkraut bekannte Gewächs besonders wohl. Er gilt als sogenannte Zeigerpflanze für Staunässe im Boden.

  2. Tomaten im Hochbeet

    Tomaten gehören bei Hochbeet-Gärtnern zu den beliebtesten Nutzpflanzen, etwa in Form von Salattomaten, Stabtomaten, Buschtomaten, Strauchtomaten oder Cocktailtomaten, denn schließlich bieten sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Küche und lassen sich sowohl im Hochbeet als auch auf dem Balkon anbauen. Bei der Anzucht von Tomaten gibt es einiges zu beachten, wobei man die Tomatenpflanzen vor Regen schützen sollte und gleichzeitig jedoch auch für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Für den Anbau in Kübeln oder Kästen auf dem Balkon eignen sich vor allem Buschtomaten, da diese niedrig sowie kompakt wachsen und als ertragreich gelten. Für Hängeampeln oder einen Platz am Rand des Balkons, über den die Pflanzen wachsen können, bieten sich zudem Sorten an, die hängend wachsen. Außerdem gibt es eine Vielzahl an speziellen Züchtungen für den Balkon.
    Wer die Tomatenpflanzen selber heranziehen möchte, kann entweder auf samenfestes Saatgut oder auf Hybridzüchtungen setzen, für die die Eigenschaften verschiedener Sorten miteinander kombiniert wurden, damit das Saatgut besonders leistungsfähig und ertragreich ist. Dafür ist das Saatgut nicht erbfest, d. h., die folgende Generation kann in ihren Eigenschaften sehr stark von denen der Elternpflanze abweichen. Samenfestes Saatgut hat sich über eine lange Zeitspanne durch Kreuzung und Selektion in dieser Form herausgebildet und wird seine Eigenschaften auch auf die folgende Generation übertragen. Aus samenfestem Saatgut kann man im Herbst aus den gezogenen Pflanzen Saatgut gewinnen, mit dem sich im folgenden Jahr Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften ziehen lassen, was bei Hybridzüchtungen nicht der Fall ist.
    Im Februar oder im März sollte man die Anzucht starten, und zwar in Anzuchterde, denn diese ist nährstoffarm und regt somit die Wurzelbildung der Keimlinge an. Die Aussaat erfolgt in etwa einem Zentimeter Tiefe, anschließend wird die Erde leicht angedrückt und gut befeuchtet. Bei einer Temperatur von etwa 20 Grad erfolgt die Keimung bereits nach wenigen Tagen. Wenn sich nach den Keimblättern die ersten richtigen Laubblätter bilden, sollten die Pflanzen pikiert, also vereinzelt werden und einen eigenen kleinen Topf bekommen. Dabei sollten sie etwas tiefer in die Erde gesetzt werden als zuvor, denn das verleiht den Pflanzen zum einen zusätzliche Stabilität, zum anderen sind Tomaten in der Lage, an ihrem Stängel zusätzliche Wurzeln zu bilden.
    Da Tomaten kälteempfindlich sind, sollten sie nicht zu früh nach draußen gesetzt werden, also erst Mitte Mai, wobei die Bodentemperatur bei mindestens bis 13 bis 15 Grad liegen. Die Pflanzen brauchen genügend Platz, d. h., ein Abstand von 60 bis 80 Zentimetern ist notwendig. Die Jungpflanzen sollten gut feucht gehalten werden, aber Staunässe muss vermieden werden.
    Tomaten sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe, sodass man das Hochbeet bereits im Herbst mit Kompost angereichert worden sein sollte. Tomaten benötigen in der Regel eine Rankhilfe, an der sie festgebunden werden müssen, wobei die Tomatenpflanzen daran behutsam befestigt werden sollten, damit sie noch ausreichend Spielraum haben.
    Wenn die Tomatenpflanzen sehr viele Blätter bilden, lohnt es sich, einige von diesen zu entfernen, damit die Luft besser zirkulieren kann, ebenfalls die kleinen Seitentriebe, die an den Blattachseln wachsen (Geiztriebe).
    Um Saatgut zu gewinnen werden reife, gesunde Früchte der Pflanze aufgeschnitten und die Samen mit einem Löffel herausgeschabt, in ein Glas mit lauwarmem Wasser gefüllt und gären gelassen, damit sich die keimhemmende Schicht ablöst. Danach auf einem saugfähigen Untergrund trocknen lassen.
    Quelle: https://www.giessener-allgemeine.de/ vom 29. April 2021

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