Vorziehen auf der Fensterbank

Für viele Pflanzen empfiehlt es sich, diese auf der Fensterbank vorzuziehen. Das geht so: Flache Saatschälchen bis zu zwei Drittel mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen. Größere Samen in ein bis zwei Zentimeter Abstand auf der Erde auslegen. Feines Saatgut mit Sand mischen, dann lässt es sich leichter ausstreuen. Anschießend das Saatgut mit Aussaaterde abdecken. Hier gibt es eine Faustregel: Die Schicht sollte doppelt so dick sein wie die Samenkörner.

Lichtkeimer, wie Basilikum, werden gar nicht oder nur hauchdünn bedeckt. Die Erde ganz vorsichtig andrücken und angießen. Am besten Sie verwendet abgestandenes Leitungswasser. Mit den Lichtkeimern sollte man sehr behutsam umgehen und sie nur mit einer Sprühflasche befeuchten. Damit die Feuchtigkeit nicht verdunstet, die Saatschälchen mit Glas oder Klarsichtfolie abdecken.

Sobald nach den ersten schmalen Keimblättern die richtigen Blätter erscheinen, werden die jungen Sämlinge umgepflanzt. Das nennt man Pikieren, wobei man den Sämling am Blatt hält, nicht am bruchgefährdeten Stengel. Dann das Pflänzchen mit einem speziellen Pikierholz – ein Bleistift geht übrigens auch – aus der Erde heben und umpflanzen. Achtung: Die Blätter sollten sich beim Weiterwachsen nicht berühren. Also die Saatgefäße nicht zu eng aneinander stellen.

Um die Pflänzchen auf das Setzen im Hochbeet vorzubereiten, müssen sie abgehärtet werden. Das bedeutet, diese an milden Tagen ins Freie an einen geschützten Platz stellen. Basilikum und mediterrane Kräuter oder Blumen aus wärmeren Regionen vertragen keine Temperaturen unter sechzehn Grad, aber auch Tomaten, Paprika, Chili und Gurken frieren sehr schnell. Unkompliziert sind hingegen Radieschen, Petersilie, Kopfsalat, Porree und Kohl. Ein Gartenvlies bietet einen idealen Schutz vor Wind und Sonne und zum Ausgleich von Temperaturschwankungen.


Auch für die Anzucht von Beet- und Balkonpflanzen ist eine Fensterbank hervorragend geeignet. Setzlinge fühlen sich in Pflanztöpfen super wohl: Biologisch abbaubaren Töpfchen aus nachwachsenden Rohstoffen für die Anzucht von Saatgut oder Stecklingen sind plastikfrei. Auf der Fensterbank braucht man noch einen Untersetzer, um überschüssiges Wasser aufzufangen. Haben die Setzlinge dann eine gewissen Größe erreicht und sind bereit zum Auspflanzen, werden sie zusammen mit dem Topf in die Erde gesetzt. So kommen die Pflanzen stressfrei is Hochbeet an und wurzeln direkt ein. Erst wenn der Topf auch außen mit Erde und deren Mikroorganismen in Berührung gekommen ist, beginnt der Verrottungsprozess. Die Töpfe mit einem Durchmesser von 12 cm und einer Höhe von 10 cm kompostieren mit der Zeit und zersetzen schließlich nach ein paar Jahren im Beet oder Kompost komplett ohne Rückstände zu hinterlassen.

Quelle

https://bauernladen.at/artikel/produzenten/das-grose-garteln-beginnt/ (20-03-09)




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