Folko Kullmann: Gärtnern im Hochbeet

Im Buch Folko Kullmanns „Gärtnern im Hochbeet“, für das er mit dem 3. Platz beim Deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet wurde, verrät der Gartenbauexperte zahlreiche Tipps.

Was hat das moderne Hochbeet dem ebenerdigen Anbau sonst noch voraus? Eine ganze Menge. Man ist unabhängig vom gewachsenen Boden. Wenn der Untergrund lehmig und schwer zu bearbeiten oder, wie oft in der Stadt, mit Bauschutt durchsetzt ist, dann ist man mit dem Hochbeet viel flexibler, denn man kann selbst bestimmen, was reinkommt. Auch wenn im Winter die Erde im Hochbeet schneller durchfriert – die Kälte kommt ja nicht nur von oben wie im Beet, sondern auch von den Seiten – so wird es im Frühjahr schneller wärmer, da die Sonne dann auch auf die Seitenwände scheint und die Erde im Beet schneller aufwärmt. Deshalb kann oft schon im März mit den ersten Aussaaten oder dem Pflanzen von Frühsalaten begonnen werden – ein bis zwei Wochen vor der Aussaat im Beet. In milden Wintern kann man sogar das ganze Jahr über Gemüse anbauen. Es wachsen alle Gemüse im Hochbeet gut, lediglich kletternde Arten wie Stangenbohnen sind nicht so gut geeignet, da sie viel Platz brauchen und arg in die Höhe wachsen. Man braucht ja schon im Garten eine Leiter zum Ernten an den hohen Stangen, im Hochbeet wird das schnell schwierig.

Beim Obst wachsen Erdbeeren und alle Beerensträucher im Hochbeet gut. Besonders praktisch ist ein Hochbeet für Blau- oder Heidelbeeren, die ja keinen Kalk vertragen und deshalb im Garten oft in der normalen Erde nicht gut gedeihen. Ein Hochbeet mit kalkfreier oder kalkarmer Moorbeeterde, wie sie für den Rhododendron angeboten wird, ist da perfekt.

Wenn man Gemüse anbauen möchte, ist ein sonniger Standort ideal – genau wie im Beet im Garten. Zu windig sollte der Standort auch nicht sein und gut erreichbar. Schließlich braucht das Gemüse im Hochbeet regelmäßig Wasser und wenn es zu weit vom Haus steht, wird die Kannenschlepperei schnell lästig. Für Beerensträucher reicht auch ein halbschattiger Platz. Wichtig ist es, dass die Pflanzen im Hochbeet pro Tag mindestens sechs Stunden Sonne abbekommen. Das Gemüse im Hochbeet bekommt nur von oben Wasser – durch Regen oder durch Gießen. Daher muss man vor allem bei Hitze die Pflanzen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf häufiger gießen. Bei einem Beet auf der Erde können die Pflanzen Wasser aus tiefen Bodenschichten saugen, das geht im Hochbeet nicht so gut. Die vielen Vorteile beim Hochbeetgärtnern überwiegen aber dieses kleine Manko um ein Vielfaches. Gießen muss man im Gemüsegarten so oder so – egal ob Topf, Hochbeet oder Gartenbeet.

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