Samenbombe

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Samenbomben oder auch Seed Bombs kommt eigentlich aus dem Bereich des Guerilla Gardenings, und bezeichnet  das Gärtnern und Kultivieren von Land, das nicht Eigentum des Gärtners ist. Im englischsprachigen Raum ist dieses Phänomen weit verbreitet, bei uns findet  es vor allem in den Großstädten immer mehr Anhänger. Mit Samenbomben lassen sich brachliegende Flächen im öffentlichen Raum wie Verkehrsinseln, Grünstreifen oder verlassene Grundstücke, die nur schwer zugänglich sind, ganz einfach begrünen. Ein gezielter Wurf aus dem Auto heraus, vom Fahrrad oder über einen Zaun (siehe aber unten!) ist ausreichend, um Pflanzen aus dem Boden sprießen zu lassen.

Samenbombe Cafe Meier Linz

[Samenbombe des Autors im Mispel-Container beim Café Meier in Linz, 2021 nach vier Tagen]

Für etwa 20 Seedbombs braucht man

  • 200 g Tonerde, zum Beispiel Heilerde aus der Drogerie
  • 200 g Blumenerde
  • 3 Päckchen Saatgut verschiedener heimischer Blumensamen
  • Wasser
  • 1 kleine und 1 große Schüssel
  • Zeitungspapier

Samenbomben sind Kugeln aus Erde, Ton und Samen und können etwa auf Verkehrsinseln geworfen oder beim Spaziergang unauffällig fallengelassen werden. Man kann Samenbomben selber machen, denn mit Samenbomben lassen sich brachliegende Flächen in Städten quasi im Vorbeigehen begrünen. So kann man die grünen Wurfgeschosse selber machen: Erde fein sieben oder in der Schüssel größere Erdklumpen mit der Hand auflockern, Reste von Rinde, Wurzeln oder kleine Ästchen entfernt. Anschließend die Tonerde und die Samen dazu geben und das Ganze so vermischen, dass die Samen möglichst gleichmäßig verteilt sind. Dann tröpfchenweise Wasser zugeben und die Mischung solange kneten, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Daraus etwa walnussgroße Kugeln formen, die fertig geformten Kugeln auf Zeitungspapier legen und alle paar Stunden ein wenig drehen, damit sie von allen Seiten gleichmäßig trocknen und an einem nicht zu warmen und gut durchlüfteten Ort trocknen lassen. Man kann diese Samenbomben bis zu zwei Jahre aufbewahren. Wichtig: Nicht zu viel Wasser nehmen, denn sonst beginnen manche Samen zu früh auszutreiben.

Tipp: Eine Alternative für Ton ist Katzenstreu aus Bentonit, ein Gemisch aus verschiedenen Tonerden, das sich aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Bodenqualität auch zur Verbesserung von Kompost eignet. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass das Katzenstreu aus reinem Bentonit besteht und keine Zusätze wie Duftstoffe etc. enthält.

Bei Samenbomben sollte man zu Saatgut von heimischen Pflanzen greifen, denn nicht heimische Pflanzen können zu einem Problem werden, da sie keine natürliche Konkurrenz haben und so unkontrolliert wuchern. Geeignet sind Sonnenblumen, Ringelblumen, Lavendel, Tagetes oder Kornblumen, aber auch Sonnenhut und Malve sind geeignet. Mischungen von Wildblumen locken Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an, kommen also auch den Insekten und der Natur zugute. Kräuter und verschiedene Gemüsesorten können ebenfalls per Samenbombe ausgepflanzt werden. Rauke, Kapuzinerkresse, Schnittlauch oder auch Radieschen lassen sich durch Samenbomben verbreiten und gedeihen, sofern sie genügend Wasser bekommen, auch in der Stadt. Bomben mit Samen von Pflanzen, die sich nach der Blüte selbst aussäen und dann im Frühjahr keimen, kann man auch im Herbst werfen.

Tipp: Weniger empfehlenswert sind als Ziel fremde Gärten und anderes Privateigentum, denn das Ziel des Guerilla Gardenings ist, der Natur und den Menschen etwas Gutes zu tun und nicht andere durch ungefragte Pflanzaktionen zu verärgern. Auch Grünstreifen, die regelmäßig von Passanten oder Tieren zertreten werden, sollte man ebenfalls meiden.

Literatur

https://www.mein-schoener-garten.de/lifestyle/gruenes-leben/samenbomben-selber-machen-33126 (21-02-02)
https://www.geo.de/geolino/basteln/19387-rtkl-seedbombs-so-macht-ihr-samenbomben-selbst (21-02-02)

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