Zum Inhalt springen

Ein gelbes Cabrio als Hochbeet

Neueste Entwicklung (21.6.2022): Die MA 48 prüfte, ob es sich bei dem Auto um Müll handelt, der entfernt werden muss. „Da gab es am Anfang Unklarheiten. Die haben wir beseitigt, indem wir den Fahrersitz frei gemacht haben – das heißt, man kann den Topf wegnehmen und sofort wegfahren“, schilderte Schwarz. Damit ist das Fahrzeug fahrtüchtig und permanent fahrbereit – so will es das Gesetz. Die MA 48 war zufrieden. Das Cabrio wird auch regelmäßig im Grätzl umgeparkt – etwa in den Schatten gestellt – oder für Veranstaltungen ausgefahren. Schwarz hat das Auto aber eigentlich nur als Notlösung für seine Hochbeete entworfen: „Wir hätten gerne zwei Paletten gezimmert und in die Parkspur gestellt. Das Magistrat hat aber abgelehnt, weil das zu einer Vielzahl an Folgeanträgen führen würde“, so Schwarz. Schwarz will die Entscheidung der MA 46 beim Verwaltungsgericht bekämpfen. Doch der erste Einspruch kam zurück, aus formalen Gründen. Denn die MA 46 hatte keinen offiziellen Bescheid ausgestellt. Und ohne Bescheid ist ein Einspruch beim Verwaltungsgericht nicht möglich. Der Ball liegt also wieder beim Magistrat. Für Schwarz heißt es, wieder warten. Währenddessen werden im „Cabriobeet“ weiter Kräuter angepflanzt und geerntet. Es ist auch ein bisschen zum Nachbarschaftstreffpunkt geworden. Demnächst steht das Pickerl an – das wolle man jedenfalls verlängern. „Das ist in Topzustand, das kann sicher noch zehn Jahre lang fahren“, so Schwarz.
Quelle: https://wien.orf.at/stories/3161657/


Die Presse vom 6. September meldet, dass Künstler Christoph Schwarz sein gelbes Cabrio bepflanzt hat und die Nachbarschaft nun erntet, wobei das Projekt aber gleichzeitig Kritik an der Stadt Wien ist, weil diese zu viel Platz für Autos einräume. Basilikum, Rosmarin, Minze, Blutampfer und Estragon wachsen im gelben Auto von Christoph Schwarz. und zwar mitten in Wien, in der Lustkandlgasse im 9. Bezirk, denn hier hat der Künstler sein knallgelbes Cabrio zum Hochbeet umfunktioniert. Und die ganze Nachbarschaft erntet nun seit einem Monat Kräuter aus der Karosserie.

Schwarz sagt: „Wenn man in Wien ein Hochbeet im öffentlichen Raum anlegen möchte, ist die einfachste Möglichkeit, einfach ein Auto darunterzustellen“. Das begrünte Cabrio soll aufzeigen, wie der öffentliche Raum von Autos dominiert wird und wie leicht es wäre, Wiens Straßen grüner zu machen.

gelbes cabrio als hochbeet

Es gibt eine Vorgeschichte: Der bepflanzte Peugeot stand schon seit August in der Sobieskigasse (Alsergrund), doch dann kassierte das gelbe Kräuter-Cabrio von Künstler Christoph Schwarz (40) einen Abschlepp-Bescheid. Der drohenden Parkstrafe ist das Beet auf vier Rädern jetzt davongedüst. „Um der Abschleppung zu entgehen und zu beweisen, dass es fahrtüchtig ist, habe ich es umgeparkt“, bestätigt Schwarz auf Anfrage. Tatsächlich hat das Auto Nummerntaferl, Prüfplakette und Parkpickerl. Für die Anzeige will weder die Stadt noch die Polizei verantwortlich gewesen sein. Ob sich ein Anrainer gepflanzt fühlte? „Das Projekt wird von der Nachbarschaft gut angenommen und ist ein Treffpunkt geworden. Die Leute bleiben stehen, machen Fotos und reden miteinander“. Zu finden war das Cabriobeet ab dann eben in der Lustkandlgasse.

Siehe dazu auch Hochbeet & Kunst!




Ein Gedanke zu „Ein gelbes Cabrio als Hochbeet“

  1. Offener Brief an Wiener Klimastadtrat Czernohorszky vom 30. November 2021

    Sehr geehrter Herr Klimastadtrat, lieber Jürgen Czernohorszky! Die größten und schnellsten Emissionsreduktionen könnten im Verkehrssektor erzielt werden, gerade in Österreich das Sorgenkind in der Bilanz. Ein Klimastadtrat müsste also per definition der Vorkämpfer für eine Verkehrswende sein! Er müsste leidenschaftlich für eine Neuverteilung des öffentlichen Raumes zu Gunsten klimafreundlicher Mobilität werben!
    Ein Cabrio ist derzeit der einfachste und unbürokratischste Weg, ein Hochbeet im öffentlichen Raum zu betreiben, wie wir seit Sommer in Wien-Alsergrund aufzeigen. Unser Antrag auf zwei Hochbeete in der Parkspur wurde nämlich von der zuständigen Magistratsbehörde abgelehnt: es wäre sonst mit einer Vielzahl an Folgeanträgen zu rechnen. Hier wird also einer klimafreundlichen Idee amtlich attestiert, dass sie eine Breitenwirkung haben könnte! Weil viele BürgerInnen das Hochbeet einem Auto vorziehen könnten, wird es nicht genehmigt? Wir haben mehrfach das Gespräch mit Ihnen gesucht – aber nur die Rückmeldung bekommen, in diesem Fall wäre der Klimastadtrat nicht zuständig. Was ist das für ein desaströses Selbstverständnis eines Klimastadtrates?

Schreibe einen Kommentar